G-Faktor
Der G-Faktor (general intelligence factor) ist eines der am besten untersuchten, aber auch am meisten diskutierten Konzepte in der Psychologie. Er wurde ursprünglich von Charles Spearman am Anfang des 20. Jahrhunderts vorgeschlagen.
Spearman beobachtete, dass Menschen, die in einer Art von kognitivem Test (wie Mathematik) gut abschnitten, tendenziell auch in anderen Bereichen (wie verbalem Verständnis) gut abschnitten. Er schlussfolgerte, dass diese positive Korrelation auf eine gemeinsame zugrunde liegende Variable zurückzuführen ist: den g-Faktor.
Komponenten von g
Während der g-Faktor eine einzelne statistische Maßzahl ist, setzt er sich aus verschiedenen kognitiven Teilbereichen zusammen:
- Schlussfolgerndes Denken: Die Fähigkeit, Muster zu erkennen und Logik anzuwenden.
- Räumliches Vorstellungsvermögen: Die Fähigkeit, Objekte im Kopf zu rotieren.
- Verbales Verständnis: Die Fähigkeit, Sprache komplex zu nutzen.
- Arbeitsgedächtnis: Die Kapazität, Informationen kurzfristig zu manipulieren.
In der modernen Forschung wird der g-Faktor oft mit biologischen Markern wie der Nervenleitgeschwindigkeit und der Effizienz des Gehirnstoffwechsels in Verbindung gebracht. Er bleibt der stärkste Prädiktor für akademischen Erfolg, berufliche Leistung und sogar die allgemeine Gesundheit und Langlebigkeit.